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Kilimanjaro, Mt. Meru plus Safari + Sansibar

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Reisebericht über Safari, Mt.Meru, Mt. Kilimanjaro /Lemosho Route und Sansibar
Sabine Zeller (15.09.2010 – 06.10.2010)
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... stand auf meiner Geburtstagskarte – und ich kann es noch immer kaum fassen, dass mein lang gehegter Wunsch, den Kibo zu besteigen, nun tatsächlich wahr werden sollte!
Schon seit Monaten habe ich mich durch Joggen, Radeln, Walken und Wandern vorbereitet – ob es wohl ausreichend war?

Voller Erwartungen erreiche ich den Frankfurter Flughafen. Die roten „DAKS-Taschen“ der anderen Reiseteilnehmer leuchten mir am Schalter der Ethiopian Air Lines  entgegen.
Unsere Reisegruppe besteht aus insgesamt 4 Frauen und 5 Männern sowie den beiden (DAKS-)Bergführern Zolt Lisku und Hans Weninger.
Bis zum Abflug bleibt noch genügend Zeit, uns schon einmal ein wenig kennenzulernen – und dann geht es endlich los!

Wir fliegen über Addis Abeba, Nairobi und landen mittags auf dem Kilimanjaro-Airport. Wir tauschen einige US-Dollars in Tansanische Schillinge – und die Sitze des Flugzeugs gegen die der beiden Jeeps. Gut, wenn man Kleingeld zur Hand hat, denn Kofferträger sind bei jeder Gelegenheit schneller zur Stelle, als man sich das vorstellen kann – und Trinkgeld wird für jede kleine Dienstleistung erwartet.

Nach insgesamt fast 20-stündiger Anreise sind wir froh, als wir am Abend in der Octagon Safari Lodge angekommen.
Nach einem leckeren Abendessen in einem wunderschönen Park, schlafen wir in unseren „Moskitonetz-Himmelbetten“ wunderbar – und am nächsten Tag starten wir gut erholt und gestärkt zur Safari!

Schon auf der Fahrt zum Tarangire Nationalpark sehen wir Elefanten und Affen, Termitenburgen säumen den Weg.
Im Park kreuzt eine große Elefantenherde unsere Route und wir sind beeindruckt, wie sie Bäume und Äste knicken, um zu fressen.
Doch auch Giraffen, Zebras in riesigen Herden mit Gnus, Impalas, Dik-dik-Antilope, Erdmännchen, Warzenschweine, Büffel, Wasserböcke, Geier, Adler und langbeinige Straußen lassen uns begeistert zu den Kameras greifen. Afrikanische Baobabbäume, Akazien und viele andere Pflanzen prägen die Landschaft.
An einer Wasserstelle beobachten wir gebannt einige Löwen. Im Wasser liegt ein totes Zebra, an dem sich drei Löwen festgebissen haben. Doch nur wenige Meter von den Jeeps entfernt liegt ein weiteres Zebra im hohen Gras und auch an diesem fressen drei Löwen.
 
Gegen Abend erreichen wir das Highview-Hotel in dem wir nach dem Abendessen noch mit einer Tanz- und Artistik-Aufführung unterhalten werden.

Schon früh am Morgen fahren wir zum Ngorongoro Krater. Nachdem sich der Nebel lichtet haben wir einen wunderschönen Ausblick auf die Kraterlandschaft.
Hier beobachten wir wieder Giraffen, Zebras, Gnus, Elefanten und Löwen. Aber auch Flamingos, Königskraniche, Tomson-Gazellen, Perlhühner, Wasserbüffel, Affen und Flusspferde.
Gegen Abend erreichen wir das Ikoma Wildcamp und beschließen den Tag singend am offenen Lagerfeuer.

Am nächsten Tag begegnen uns in der Serengeti wieder viele Zebras, Thomson-Gazellen, Löwen und Affen, beobachten aus der Ferne auch einen Leoparden, eine große Anzahl Flusspferde und Krokodile. Am späten Nachmittag brechen wir vom Ikoma-Camp zu einer Fußsafari auf. Da es jedoch  geregnet hatte, sehen wir weniger Tiere als erwartet.
Anhand der Spuren, Kothaufen und Knochen können wir jedoch erkennen, welche Tiere sich sonst in der Nähe unseres Camps aufhalten.
Nachdem wir wieder am offenen Feuer den Tag ausklingen ließen, lauschen wir in unserem Safarizelt noch ein wenig den Lauten der tierischen Nachtschwärmern.

Die lange Fahrt vom Ikoma Camp nach Moshi macht uns noch einmal bewusst, welche gigantische Ausmaße die Nationalparks haben. Während unserer Fahrt können wir wieder viele Tiere beobachten, sogar noch einmal einen Leoparden.
Ein informativer Besuch in einem „Schau“-Massaidorf ist eine willkommene Abwechslung auf der langen Fahrt– und die spartanische Lebensweise dieses Volkes beschäftigte uns noch in vielen Gesprächen.

Abends erreichen wir das Hotel Springlands in Moshi – der Kilimanjaro grüßt uns im Abendschein!
Hier warten schon die „neuen“ Teilnehmer auf uns.
Die Gruppe von Hans (Marangu-Normalroute) umfasst nun 7 Personen, unsere Gruppe 8 Personen.
Nun heißt es „DAKS“-Tasche richten, Rucksack packen und den Rest im Koffer verstauen! Eine Waage im Hotel hilft uns, die Tasche nicht zu schwer werden zu lassen!

Beim Frühstück werden zum ersten Mal die Pulswerte und der Sauerstoffgehalt im Blut gemessen und von jedem in seinem eigenen Datenblatt notiert.
Gegen 8:30 Uhr geht es dann los, Richtung Arusha Nationalpark. Der Berg ruft!
Eine abwechslungsreiche Landschaft begleitet uns bis zum Ngongongare Gate. Dort wird uns das erste Mal bewusst, wie viele Helfer wir für unser Vorhaben benötigen: Träger, Waiter und Köche, sowie zwei zusätzliche Bergführer. Unsere Taschen, Lebensmittel, Erste Hilfe-Koffer und weitere Utensilien werden verpackt, gewogen und auf die Träger verteilt – und natürlich sind auch entsprechende Papiere von unserem Bergführer zu bearbeiten.
Schließlich erhalten wir noch mehrere Liter Trinkwasser – und los geht es durch eine saftig grüne Landschaft mit sagenhaften Fernblicken, vorbei an von Flechten märchenhaft verzauberten Bäumen mit gemäßigtem Tempo: „Pole, Pole“! In der Ferne sehen wir Büffel und Giraffen. Als wir das Miriakamba Hut (2521 m) erreichen, bin ich überrascht, über wie viele Gebäude das Lager verfügt.
Die Vier-Bett-Lager und die sanitären Einrichtungen sind akzeptabel – und der Ausblick zum Kilimanjaro beeindruckend.

Am nächsten Tag erreichen wir das 2. Lager Saddle Hut (3566 m). Am Nachmittag besteigen wir noch den Little Meru (3820 m). Der Blick vom Gipfel zur Aufstiegsroute des Großen Meru steigert die Vorfreude auf diesen interessanten Vulkanberg.
Um Mitternacht geht es im Schein des Vollmondes los. Unsere geordnete „Schlange“ kämpft sich gegen den eisigen Wind über Geröll, losem Gestein und Steinplatten Richtung Gipfel.
Das Steigen im feinen Geröll ist sehr beschwerlich und lässt den einen oder anderen an seiner Kondition zweifeln. Zur Belohnung grüßt uns kurz vor dem Gipfelsturm der Kilimanjaro im Sonnenaufgang. Eine leichte Kletterpassage bildet den krönenden Abschluss – nach 7 Stunden haben wir den Gipfel (4566 m) erreicht! Nach einer kurzen Rast geht es wieder talwärts.
Erst beim Abstieg können wir den grandiosen Krater einsehen und die Fernblicke genießen.

Zurück im Lager bewundern wir, was die Köche in ihren einfachen Küchen alles zaubern: Pfannkuchen, Hühnchen, verschiedene Suppen, sogar eine Geburtstagstorte! Abends bedanken wir uns im Rahmen einer kleinen Feier bei unseren Helfern und übergeben ihnen unsere Trinkgelder.

Bisher hatte ich gesundheitlich keine Probleme, was ich auch darauf zurückführe, dass ich mich an die Regeln, die unser Bergführer aufgestellt hatte, halte: kein ungeschältes Obst oder Gemüse, keine Wassermelonen, Händedesinfektion vor dem Essen und Trinkwasser – auch Teewasser – mit Micro Pur forte Tabletten behandelt.
So blicke ich meinem Traumberg entspannt entgegen, als es am 25.09.2010 mit dem Jeep Richtung Kilimanjaro geht. Nachdem das Gepäck, das nun auch noch Zelte und Campingmöbel umfasst, gewogen und verpackt und auch der Papierkrieg überstanden ist, werden wir, wegen gesundheitlicher Probleme eines Teilnehmers unserer Gruppe, mit dem Jeep bis zum Shira Suttle gefahren.
Ein gemütlicher Fußweg durch eine schöne Heidelandschaft führt uns zum Shira Camp I (3510 m).

DAKS-Anmerkung:
Diese leichte „Komfort“-Variante ist seit 2011 für alle, die sich nach dem Mt. Meru noch nicht fit genug fühlen, fest ins Programm aufgenommen worden.
Hierdurch erreichen die Teilnehmer dieser Variante rasch wieder die optimale Höhe für die Höhenanpassung und können sich auf kurzen, leichten Tagesetappen
langsam an das „hohe Ziel“ annähern, ohne die „Akkus“ vorzeitig zu leeren.

Alle anderen gehen selbstverständlich, wie geplant, die konditionell anspruchvollen ersten 2 Tagesetappen von den Lemosho Glades aus
– und treffen am zweiten Tag (Shira II Camp) wieder mit den restlichen Teilnehmern zusammen.
 

Die Träger hatten uns schon lange überholt und das Lager eingerichtet. Unser Zelt bietet ausreichend Platz für 2 Personen, eine Schüssel warmes Wasser ersetzt die Nasszelle und im Essenszelt statt Speisesaal erwartet uns ein leckeres Mahl – es reicht so wenig zum glücklich sein! Nach einigen Tassen wärmenden Tee schlüpfen wir in unsere kuscheligen Schlafsäcke und genießen unsere erste Zeltnacht.

Der nächste Tag führt uns zum Shira Camp II (3880 m), das wir um die Mittagszeit erreichen. Routiniert räumen wir unser Zelt ein, genießen Hähnchen mit Pommes und Bananen im Teigmantel, machen Siesta oder einen kleinen Spaziergang und lassen den Tag wieder mit warmen Tee ausklingen.

Der neue Morgen begrüßt uns frostig, das Zelt und das Camp sind mit einer dünnen Eisschicht überzogen – doch nach einem warmen Tee oder Kaffee steigen wir auf zum Lava-Tower (4600m).
Dort genießen wir unser Lunchpaket bevor wir zum Barranco Hut (3985 m) absteigen.
Auf dem Weg dorthin wandern wir ein grünes Tal mit Lobelien und Riesenkreuzkraut, das uns nach der kargen Landschaft am Lava-Tower schon wie eine Oase vorkommt. Ein leichter Regenschauer begleitet uns auf dem letzten Stück bis zum Camp, wo uns unsere Zelte schon erwarten.

Wieder schlafen wir wunderbar in unserem Zelt und genießen unser Frühstück mit Porridge, Toastbrot, verschiedenen Aufstrichen, Kaffee und Tee.
Heute erwartet uns eine etwa 200 m hohe Kletterwand (Barranco Wall). Vom Camp aus wirken die Träger mit ihren weißen Gepäcksäcken in der Wand wie eine riesen lange Perlenkette.
Mehrere Gruppen sind bereits unterwegs als wir einsteigen, immer wieder lassen wir Träger, wenn möglich, vorbei und bewundern, wie sie ihre teilweise sehr sperrigen Transportstücken hinauf balancieren. Nach einigen Auf- und Abstiegen erreichen wir das Karanga Camp (3930 m).

Langsam nähern wir uns dem Höhepunkt unserer Reise.
Die Vegetation wird immer karger, übrig bleibt eine Steinwüste, deren unterschiedliche Gesteinsformationen uns bis hinauf zu unserem höchsten Camp, dem Barafu-Lager auf 4600m, begleiten.
Wir sind über den Wolken – der Gipfel scheint zum Greifen nah! Früh legen wir uns schlafen, um nach einem kleinen Frühstück um Mitternacht den Gipfelsturm zu wagen.
Im Mondschein windet sich der Weg über kleine Kletterpassagen und Geröll Stück um Stück nach oben.
Die Trinkpausen werden konsequent eingehalten. Es wird merklich kühler, doch ohne eisigen Wind ist die Temperatur erträglich.
Als wir den Stella-Point (5745 m) erreichen, können wir es kaum fassen, dass wir tatsächlich schon auf dem Kraterrand des Kilimanjaros stehen!
7 von 8 Teilnehmern haben es geschafft. Meiner Freundin und mir geht es prima –kein Kopfweh, keine Übelkeit – uns hält nichts davon ab, bis zum höchsten Punkt dem Uhuru Peak weiter zu gehen!
Wir genießen den Sonnenaufgang, können uns an dern noch vorhandenen Gletscherwänden nicht sattsehen und begrüßen eine ¾ Stunde später, nach insgesamt 6 ¼ Stunden, den neuen Tag auf dem Dach Afrikas! Unser Traum ist Wirklichkeit geworden! Glücklich umarmen wir uns – und genießen voller Emotionen sprachlos diesen unbeschreiblichen Moment auf dem Kibo zu stehen!

Glücklich machen wir uns auf den Rückweg, nehmen die Glückwünsche der entgegenkommenden Guides entgegen, sprechen den erschöpft aussehenden Gipfelanwärtern Mut zu und treffen zu unserer großen Freude die anderen unserer Reisegruppe, die über die Normalroute aufgestiegen sind.

Nach einer kurzen Rast im Barafu Camp, steigen wir entlang der Mweka Route weiter hinab durch die unendlich scheinende Steinwüste. Die ersten Steingewächse künden den grünen Berggürtel an und zeigen uns, dass wir uns dem Ziel dieses langen Tages nähern. Während wir im Mweka Upper Camp (3830 m) eine kalte Cola genießen, hüllt sich unser Traumberg in Wolken, als ob er sich verabschieden wollte.

Am Abend feiern wir unsere erfolgreiche Bergtour, verabschieden uns von unseren tansanischen Begleitern, die uns zu Ehren das „Kilimanjaro-Lied“ singen.
Unendlich glücklich und zufrieden verbringen wir die letzte Nacht im Zelt im Mweka Camp (3100) im Regenwald.

Die letzten Stunden am Berg führen uns durch einen saftig grünen, abwechslungsreichen, durch seine Vielzahl an Pflanzen sehr beeindruckenden Regenwald.
Ohne Eile kosten wir die letzten Meter in dieser herrlichen Umgebung aus, bewundern wunderschöne Blüten sowie riesige Farngewächse. Dabei werden wir von zahllosen Trägern überholt, die im Eiltempo dem Ende ihres Arbeitseinsatzes entgegen rennen – und sich doch noch Zeit nehmen, uns mit dem einzigen Wort „Summit?“ zu befragen, ob wir auf dem Gipfel waren.
Freudig gratulieren sie, um sogleich „Jambo“-rufend ihren Abstieg fortzusetzen.

Bevor wir die letzte Nacht im Hotel Springlands verbringen, genießen wir nach einem kleinen Stadtbummel durch Moshi ein fingerfood-Abendessen in einem typischen afrikanischen Restaurant.
Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen von unseren Bergkameraden, unseren Bergführern, vom Festland – und ganz besonders vom Kilimanjaro, der sich uns zum Abschied noch einmal beeindruckend zeigt.
In einer kleinen Gruppe von sechs Personen starten wir zu unserem viel versprechenden Inseltrip nach Sansibar.

Nach einem etwa 2stündigen Flug landen wir auf dieser wunderschönen Insel.
Ein kurzer Fußweg durch Stonetown – und wir tauchen ein in eine gänzlich andere Welt, die vom Orient geprägt ist.
Im Hotel 236 Hurunzi beziehen wir unsere wunderschönen, gigantisch geräumigen Zimmer – und fühlen uns wie im Märchen von 1001 Nacht.
Dieser Eindruck wird durch das Dinner auf der Dachterrasse noch verstärkt. Während wir es uns auf Sitzkissen gemütlich machen und dem Sonnenuntergang über dem Meer und Stonetone zusehen, beginnt ein zauberhaftes Abendprogramm mit köstlichen Speisen, orientalischer Musik und Tänzerinnen.
Kaum zu glauben, dass es erst 2 Tage her ist, als wir uns in unseren Zelten warm einpacken mussten – hier sitzen wir genussvoll im Freien und lassen uns von der lauen Abendluft umschmeicheln.

Nach einem erholsamen Schlaf in unseren Himmelbetten und einem ausgiebigen Frühstück auf der Dachterrasse, treffen wir Ali, der uns zu Fuß durch Stonetown führt, vom Sklavenhandel erzählt und uns unermüdlich die Geschichte Sansibars näher bringen möchte.
Wir sind sehr beeindruckt von den vielen unterschiedlichen Nationen, die ihre Spuren in Stonetown hinterlassen haben, von den verschiedenen Gebäuden und Plätzen, von den engen Gassen und Geschäften, sowie von der großen Markthalle.
Nachmittags brechen wir zu unserem letzten Reiseziel, dem Karafuu Hotel, auf. Auf dem Weg dort hin, besuchen wir noch eine Gewürzfarm, auf der wir nicht nur viele Gewürzpflanzen wie Vanille, Ingwer, Zimt und Pfeffer kennenlernen, sondern auch viele Früchte wie Grapefruits, Orangen, Sternfrucht und Jackfruit versuchen dürfen.

Gegen Abend erreichen wir die traumhaft gelegene Hotelanlage, beziehen unsere Bungalows und finden vor dem Dinner noch Zeit für den ersten Strandspaziergang am Indischen Ozean.
Der weiße Sand, die wunderschönen Palmen, das türkisblaue Wasser und der gute Hotelservice laden zum Entspannen ein.
Die letzten Urlaubstage verbringen wir in Erinnerungen schwelgend faul am Strand.

Was für ein krönender Abschluss dieser von so vielen unterschiedlichen Eindrücken angefüllten Reise!

Sabine Zeller
Kilimanjaro Teilnehmerin September 2010

 


Afrika - Kilimanjaro - Ein Traum ...
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Reisebericht von E. Christel Krupp, Teilnehmerin einer DAKS Gruppe im Januar 1996
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... hat sich erfüllt. Am Flughafen in Düsseldorf sahen wir uns zum ersten Mal. Bernd, Manfred, Jürgen und ich.
In den nächsten zwei Wochen sollten wir gemeinsam mit unserem DAKS-Reiseleiter Nikos, einem Mann vom Olymp, ein Ziel haben: den Gipfel des Kilimanjaro!

Afrikas höchster Berg grüßte uns am frühen Morgen in Moshi majestätisch mit seinem schneebedeckten Gipfel. Ich hatte Schmetterlinge im Bauch ...

Doch bevor wir den Gipfelsturm wagten, wollten wir etwas von "Jenseits von Afrika" sehen. Mit dem Landrover fuhren wir in die Nationalparks Tarangire, Serengeti, Ngorongoro, Arusha und Lake Manyara. Wir zelteten auf Campingplätzen und saßen abends am offenen Feuer. Unsere Köchin Josi verwöhnte uns mit schmackhaftem Essen und köstlichen Früchten, dazu gab es Tansania-Tee.

Während es in Deutschland tiefer Winter war, hatten wir hier kurz hinter dem Äquator Frühsommer. Ein zartes Grün überzog die Landschaft, und die riesigen Baobabbäume, Regenschirmakazien und Leberwurstbäume bekamen die ersten Blätter. Kein Film kann die Schönheit dieses Landes wiedergeben.
In der Serengeti sahen wir riesige Herden von Zebras, Gnus und Antilopen. Affen, Elefanten, Giraffen, Nashörner, Nilpferde, Löwen, Leoparden, Wasserbüffel, Warzenschweine, Tüpfelhyänen, Klippschiefer, Krokodile und Schakale waren ganz nah. Adler, Bussarde und Geier kreisten über uns. Marabus, Störche, Pelikane, Flamingos, Strauße, Sekretäre und ganze Schwärme von Glanzstaren konnten wir beobachten. Wir fuhren durch das Gebiet der Massai, vorbei an ihren Dörfern und Herden, die von jungen Männern bewacht wurden. Schon von weitem konnte man die großen hageren Gestalten mit ihren roten Umhängen und dem Hirtenstab erkennen. Am Wegrand standen rot gekleidete Kinder, mit Kopfschmuck, Perlketten und Ohrringen. Sie ließen sich von den Touristen für ein paar Schillinge fotografieren.

Um uns an die Höhe zu gewöhnen, bestiegen wir den Mont Meru - 4566 m. Der Weg ging durch den Arusha Nationalpark. Ein bewaffneter Ranger mußte uns begleiten, um uns vor eventuellen Angriffen von Wasserbüffeln oder Warzenschweinen zu schützen. Ein einheimischer Bergführer, ein Koch, vier Träger und natürlich Nikos sowie der Ranger gehörten zur Mannschaft.

Bis zur Mirakamba-Hütte -ca. 2.800 m - schüttelte uns der Landrover hoch. Höchste Ansprüche an Mensch und Material .... Von der Hütte aus wanderten wir durch den Regenwald, der seinem Namen alle Ehre machte, zur Saddle-Hütte auf ca. 3.800 m. Diese ist eine Selbstversorgerhütte, die nur Brennholz zur Verfügung stell; - alles andere muß von den Trägern hochgebracht werden.

Am anderen Morgen gegen halb fünf, es war noch finster, stiegen wir auf. Es war bitterkalt, doch der erste steile Anstieg brachte uns ins schwitzen. Bei Sonnenaufgang hatten wir schon den Kraterrand erreicht und es ging allmählich hoch. Der letzte steile Anstieg führte über große Felsblöcke bis zum Gipfel. Von hier hatten wir einen herrlichen Ausblick auf den Kilimanjaro und den unter uns liegenden Krater.

Die Höhe machte sich mit leichten Kopfschmerzen und Übelkeit bemerkbar, so daß wir bald abstiegen. Nochmals übernachteten wir in der Saddle- Hütte und stiegen am nächsten Morgen weiter ab. Es war ein wunderschöner Tag; der Weg führte uns durch den dichten Regenwald in das offene Grasland, von wo wir eine herrliche Aussicht über die weite Ebene hatten.

Nach ausgiebiger Dusche im Hotel in Moshi fuhren wir nach Marangu, zum Eingang des Kilimanjaro Nationalparks - 1.800 m. Nachdem Nikos alle Formalitäten erledigt hatte (Anheuern der Träger, Eintragung ins Buch, Zahlung der Gebühren) wanderten wir durch den Regenwald zu den Mandara-Hütten auf 2.700 m.

Diese Nur-Dach-Häuser wurden von Norwegern errichtet, sie sind sauber und sogar mit Solarzellen ausgerüstet. Separate Kochhütten, ein Waschhaus und ein Gemeinschaftshaus sind vorhanden. In diesem sitzen die Wanderer an langen Tischen. Jede Gruppe hat ein Tischtuch, auf dem das Essen serviert wird.

Wir machten noch einen Spaziergang zum Maundi-Krater, umrundeten ihn und stiegen dann ganz hinab. Schlangen sollen dort sein, wir haben keine gesehen.

Der Weg zu den Horombo-Hütten (3.720 m) - die genauso ausgestattet sind wie die Mandara Hütten - führte noch ein Stück durch Regenwald, über Wiesen, Moorland und Heide mit riesigen Lobelien.

Von den Horombo-Hütten bis zur Kibo-Hütte (4.702 m) sind es 12 km. Es führt ein vierspuriger Weg über den Sattel - endlos. Rechts grüßt der dunkle, gezackte Mawenzi, der allerdings nur Kletterern vorbehalten ist. Auf etwa 4.100 m ist die letzte Gelegenheit, um an einem kleinen Bach Wasser zu nehmen. Endlich ist die Kibo-Hütte erreicht.

Es ist kalt. Wir trinken Tee, zählen den Puls und kriechen in unsere Schlafsäcke. Nur ruhen, schlafen geht ohnehin nicht. Nach dem Essen legen wir uns gleich wieder hin. Draußen stürmt es, Schnee und Hagel schlagen gegen die Scheiben, es blitzt und donnert. Um 23.00 Uhr fangen die ersten an zu rascheln, kurz vor Mitternacht stehen wir auf, trinken Tee und essen Kekse. Nach einer halben Stunde geht es warm verpackt, Stirnlampen und Taschenlampen an, durch den 20 cm hohen Neuschnee.

Pole, pole, ganz langsam im Schneetreiben durch die Steinwüste. Ich hatte mir fest vorgenommen, so zu gehen, daß ich nicht außer Atem komme. Es gelingt. Kurze Rast mit heißem Tee an der Hans-Meyer-Höhle, die nach dem Erstbesteiger des Kilimanjaro benannt ist, und weiter geht es. Bald versagen die ersten Lampen. Der Weg wird immer steiler, die Schritte werden immer langsamer. Bald sind wir im Geröll und zwischen großen Felsen, dann stehen wir am Gilmans Point - 5.685 m. Es ist der Kraterrand und wer es bis hierher geschafft hat, hat den Kilimanjaro erreicht.

Es ist noch dunkel, aber es schneit nicht mehr und wir fühlen uns so gut, daß wir weitergehen, immer am Rand des Kraters entlang. Die Sonne geht auf und taucht alles in herrliches rötliches Licht. Noch immer sind wir nicht oben. Nach ungefähr 1 ½ Stunden für 210 Höhenmeter stehen wir an den Fahnenstangen des Uhuru Peak - 5.895 m. Es ist viertel vor acht, geschafft!

Vor lauter Freude kann ich nur noch heulen. Gedanken an meine Töchter, Freundinnen und Freunde die mir sagten "Du schaffst es" gehen mir durch den Kopf. Ich bin dem Herrgott für diesen Glücksmoment zutiefst dankbar. Afrika liegt mir zu Füßen. Wir haben es alle geschafft. Es ist strahlender Sonnenschein, der Gletscher glänzt türkis und Mawenzi ist schneebedeckt.

Der Abstieg durch die Geröll- und Aschehalden ist eine rutschige Angelegenheit. Gegen 12 Uhr sind wir alle wieder in der Kibohütte und haben nur noch einen Wunsch - schlafen.

Um 14.30 Uhr machen wir uns auf den Weg zur Horombohütte. Ausgeschlafen geht es am nächsten Morgen zum Kilimanjaro-Gate. Wir genießen den Weg durch den Regenwald bei strahlendem Sonnenschein. Am Gate erwartet uns unser Landrover. Die Urkunden werden uns ausgehändigt, noch ein Foto mit Bergführern, Koch und Trägern fürs Album und zurück geht es nach Moshi.

Wir machen einen Bummel über den Markt, schauen den Ebenholzschnitzern zu , kaufen Souvenirs und sind alle ein bißchen traurig, daß es vorbei ist. Wir trinken noch einen Eimer Bananenbier und fahren dann zum Kilimanjaro Airport. Nikos, unser DAKS-Reiseleiter, bleibt noch. Er macht noch Urlaub auf Sansibar - der Glückliche.

Bei der Zwischenlandung in Dar es Dalaam sind es um Mitternacht noch 31 Grad plus, am nächsten Morgen in Amsterdam 9 Grad; -der Winter hat uns wieder.

E. Christel Krupp