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Teilnehmer Reisebericht - Kilimanjaro, Mt. Meru und Serengeti |
Afrika - Kilimanjaro - Ein Traum ...
(Ein Erlebnisbericht von E. Christel Krupp, Teilnehmerin einer DAKS Gruppe im Januar 1996)
... hat sich erfüllt. Am Flughafen in Düsseldorf sahen wir uns zum ersten Mal. Bernd, Manfred, Jürgen und ich. In den nächsten zwei Wochen sollten wir gemeinsam mit unserem DAKS-Reiseleiter Nikos, einem Mann vom Olymp, ein Ziel haben: den Gipfel des Kilimanjaro!
Afrikas höchster Berg grüßte uns am frühen Morgen in Moshi majestätisch mit seinem schneebedeckten Gipfel. Ich hatte Schmetterlinge im Bauch ...
Doch bevor wir den Gipfelsturm wagten, wollten wir etwas von "Jenseits von Afrika" sehen. Mit dem Landrover fuhren wir in die Nationalparks Tarangire, Serengeti, Ngorongoro, Arusha und Lake Manyara. Wir zelteten auf Campingplätzen und saßen abends am offenen Feuer. Unsere Köchin Josi verwöhnte uns mit schmackhaftem Essen und köstlichen Früchten, dazu gab es Tansania-Tee.
Während es in Deutschland tiefer Winter war, hatten wir hier kurz hinter dem Äquator
Frühsommer. Ein zartes Grün überzog die Landschaft, und die riesigen Baobabbäume,
Regenschirmakazien und Leberwurstbäume bekamen die ersten Blätter. Kein Film kann die
Schönheit dieses Landes wiedergeben.
In der Serengeti sahen wir riesige Herden von Zebras, Gnus und Antilopen. Affen,
Elefanten, Giraffen, Nashörner, Nilpferde, Löwen, Leoparden, Wasserbüffel,
Warzenschweine, Tüpfelhyänen, Klippschiefer, Krokodile und Schakale waren ganz nah.
Adler, Bussarde und Geier kreisten über uns. Marabus, Störche, Pelikane, Flamingos,
Strauße, Sekretäre und ganze Schwärme von Glanzstaren konnten wir beobachten. Wir
fuhren durch das Gebiet der Massai, vorbei an ihren Dörfern und Herden, die von jungen
Männern bewacht wurden. Schon von weitem konnte man die großen hageren Gestalten mit
ihren roten Umhängen und dem Hirtenstab erkennen. Am Wegrand standen rot gekleidete
Kinder, mit Kopfschmuck, Perlketten und Ohrringen. Sie ließen sich von den Touristen für
ein paar Schillinge fotografieren.
Um uns an die Höhe zu gewöhnen, bestiegen wir den Mont Meru - 4566 m. Der Weg ging durch den Arusha Nationalpark. Ein bewaffneter Ranger mußte uns begleiten, um uns vor eventuellen Angriffen von Wasserbüffeln oder Warzenschweinen zu schützen. Ein einheimischer Bergführer, ein Koch, vier Träger und natürlich Nikos sowie der Ranger gehörten zur Mannschaft.
Bis zur Mirakamba-Hütte -ca. 2.800 m - schüttelte uns der Landrover hoch. Höchste Ansprüche an Mensch und Material .... Von der Hütte aus wanderten wir durch den Regenwald, der seinem Namen alle Ehre machte, zur Saddle-Hütte auf ca. 3.800 m. Diese ist eine Selbstversorgerhütte, die nur Brennholz zur Verfügung stell; - alles andere muß von den Trägern hochgebracht werden.
Am anderen Morgen gegen halb fünf, es war noch finster, stiegen wir auf. Es war bitterkalt, doch der erste steile Anstieg brachte uns ins schwitzen. Bei Sonnenaufgang hatten wir schon den Kraterrand erreicht und es ging allmählich hoch. Der letzte steile Anstieg führte über große Felsblöcke bis zum Gipfel. Von hier hatten wir einen herrlichen Ausblick auf den Kilimanjaro und den unter uns liegenden Krater.
Die Höhe machte sich mit leichten Kopfschmerzen und Übelkeit bemerkbar, so daß wir bald abstiegen. Nochmals übernachteten wir in der Saddle- Hütte und stiegen am nächsten Morgen weiter ab. Es war ein wunderschöner Tag; der Weg führte uns durch den dichten Regenwald in das offene Grasland, von wo wir eine herrliche Aussicht über die weite Ebene hatten.
Nach ausgiebiger Dusche im Hotel in Moshi fuhren wir nach Marangu, zum Eingang des Kilimanjaro Nationalparks - 1.800 m. Nachdem Nikos alle Formalitäten erledigt hatte (Anheuern der Träger, Eintragung ins Buch, Zahlung der Gebühren) wanderten wir durch den Regenwald zu den Mandara-Hütten auf 2.700 m.
Diese Nur-Dach-Häuser wurden von Norwegern errichtet, sie sind sauber und sogar mit Solarzellen ausgerüstet. Separate Kochhütten, ein Waschhaus und ein Gemeinschaftshaus sind vorhanden. In diesem sitzen die Wanderer an langen Tischen. Jede Gruppe hat ein Tischtuch, auf dem das Essen serviert wird.
Wir machten noch einen Spaziergang zum Maundi-Krater, umrundeten ihn und stiegen dann ganz hinab. Schlangen sollen dort sein, wir haben keine gesehen.
Der Weg zu den Horombo-Hütten (3.720 m) - die genauso ausgestattet sind wie die Mandara Hütten - führte noch ein Stück durch Regenwald, über Wiesen, Moorland und Heide mit riesigen Lobelien.
Von den Horombo-Hütten bis zur Kibo-Hütte (4.702 m) sind es 12 km. Es führt ein vierspuriger Weg über den Sattel - endlos. Rechts grüßt der dunkle, gezackte Mawenzi, der allerdings nur Kletterern vorbehalten ist. Auf etwa 4.100 m ist die letzte Gelegenheit, um an einem kleinen Bach Wasser zu nehmen. Endlich ist die Kibo-Hütte erreicht.
Es ist kalt. Wir trinken Tee, zählen den Puls und kriechen in unsere Schlafsäcke. Nur ruhen, schlafen geht ohnehin nicht. Nach dem Essen legen wir uns gleich wieder hin. Draußen stürmt es, Schnee und Hagel schlagen gegen die Scheiben, es blitzt und donnert. Um 23.00 Uhr fangen die ersten an zu rascheln, kurz vor Mitternacht stehen wir auf, trinken Tee und essen Kekse. Nach einer halben Stunde geht es warm verpackt, Stirnlampen und Taschenlampen an, durch den 20 cm hohen Neuschnee.
Pole, pole, ganz langsam im Schneetreiben durch die Steinwüste. Ich hatte mir fest vorgenommen, so zu gehen, daß ich nicht außer Atem komme. Es gelingt. Kurze Rast mit heißem Tee an der Hans-Meyer-Höhle, die nach dem Erstbesteiger des Kilimanjaro benannt ist, und weiter geht es. Bald versagen die ersten Lampen. Der Weg wird immer steiler, die Schritte werden immer langsamer. Bald sind wir im Geröll und zwischen großen Felsen, dann stehen wir am Gilmans Point - 5.685 m. Es ist der Kraterrand und wer es bis hierher geschafft hat, hat den Kilimanjaro erreicht.
Es ist noch dunkel, aber es schneit nicht mehr und wir fühlen uns so gut, daß wir weitergehen, immer am Rand des Kraters entlang. Die Sonne geht auf und taucht alles in herrliches rötliches Licht. Noch immer sind wir nicht oben. Nach ungefähr 1 ½ Stunden für 210 Höhenmeter stehen wir an den Fahnenstangen des Uhuru Peak - 5.895 m. Es ist viertel vor acht, geschafft!
Vor lauter Freude kann ich nur noch heulen. Gedanken an meine Töchter, Freundinnen und Freunde die mir sagten "Du schaffst es" gehen mir durch den Kopf. Ich bin dem Herrgott für diesen Glücksmoment zutiefst dankbar. Afrika liegt mir zu Füßen. Wir haben es alle geschafft. Es ist strahlender Sonnenschein, der Gletscher glänzt türkis und Mawenzi ist schneebedeckt.
Der Abstieg durch die Geröll- und Aschehalden ist eine rutschige Angelegenheit. Gegen 12 Uhr sind wir alle wieder in der Kibohütte und haben nur noch einen Wunsch - schlafen.
Um 14.30 Uhr machen wir uns auf den Weg zur Horombohütte. Ausgeschlafen geht es am nächsten Morgen zum Kilimanjaro-Gate. Wir genießen den Weg durch den Regenwald bei strahlendem Sonnenschein. Am Gate erwartet uns unser Landrover. Die Urkunden werden uns ausgehändigt, noch ein Foto mit Bergführern, Koch und Trägern fürs Album und zurück geht es nach Moshi.
Wir machen einen Bummel über den Markt, schauen den Ebenholzschnitzern zu , kaufen Souvenirs und sind alle ein bißchen traurig, daß es vorbei ist. Wir trinken noch einen Eimer Bananenbier und fahren dann zum Kilimanjaro Airport. Nikos, unser DAKS-Reiseleiter, bleibt noch. Er macht noch Urlaub auf Sansibar - der Glückliche.
Bei der Zwischenlandung in Dar es Dalaam sind es um Mitternacht noch 31 Grad plus, am nächsten Morgen in Amsterdam 9 Grad; -der Winter hat uns wieder.
E. Christel Krupp